Daten sind gratis und doch sehr teuer

Haben Sie es schon, das neuste Handy, das man mit der persönlichen Gesichtserkennung entsperren kann? Toll sei auch die neue App mit der man sein Gesicht jünger oder älter aussehen kann. Und das gratis. Oder? Da war doch mal der mutige Snowden, der uns zeigte, wie  teuer wir bezahlen. Schon vergessen?

Ich beschränke mich immer noch auf die alltagspraktischen App’s, mit denen man Bahn- und Trambilette kaufen, den Weg von A nach B nachschauen oder sich per Internet, Fragen beantworten lassen kann. Ja sie sind total bequem und unterhaltsam diese elektronischen Helferlein: Sie erinnern daran, dass man täglich 10’000 Schritte für die Gesundheit noch nicht gemacht hat, überwachen Puls, Blutdruck und Schlafrhythmus. Man kann mit wenigen Klicks einkaufen, Musik hören, Filme schauen, Fotos verschicken und vieles mehr. Fast alles gratis, Oder?

Heute sähen wir Daten, ernten zuerst Werbung, dann auf unsere ‚Interessen‘ eingeschränkte Google-Infos. Mit Alexa trainieren wir für die Tech-Konzerne die Sprach- und jetzt auch noch die Gesichtserkennung, die uns dann überall überwachen und manipulieren kann. Wir versorgen indirekt Krankenkassen und Versicherungen mit Daten, die sie uns wohl bald, mit einer ‚individualisierten‘ Erhöhung der Prämien ‚verdanken‘, wenn wir uns nicht gesundheits-konform verhalten.

China ist da schon weiter: Dort werden alle überwacht und mit sogenannten ‚Sozialpunkten‘ bewertet. Jedes Fehlverhalten im Alltag gibt Abzüge. Wer zu viele Minuspunkte hat, bekommt keinen Zugang mehr zu Kredite, zu Bahn- und Flugtickets etc.

Wir machen es frei-willig. Wir sähen massenhaft Daten und ernten Bewertungen, Konformitätsdruck und Überwachung. Aber es ist halt so bequem und unterhaltsam. Oder?